ARZ

Das ARZ automatisiert & beschleunigt sein Software-Testing mit Tricentis Tosca und unterstützt gemeinsam mit Tricentis Menschen mit Autismus

Unternehmen im Überblick

Alles begann 2008. Dem Jahr, in dem die Allgemeine Rechenzentrum GmbH, kurz ARZ genannt, sich dazu entschied, Tricentis Tosca für sein Software-Testing einzuführen. Als einer der ersten Tricentis-Kunden überhaupt. 14 Jahre später ist Tosca beim Wiener IT-Dienstleister und Spezialisten für den Banken- und Gesundheitssektor immer noch im Einsatz – und aus der Kundenbeziehung ist längst eine Partnerschaft entstanden. Eine Partnerschaft, die nicht nur technologisch gegenseitig zu Höchstleistungen anstachelt, sondern auch der Gesellschaft zurückgibt. Speziell für Menschen aus dem Autismus-Spektrum, die mit Tricentis-Know-how zum/r Software-Tester*in ausgebildet werden und dann beim ARZ einen Job finden.

Wer sich wie das ARZ als „Kompetenz-Zentrum für IT-Dienstleistungen“ bezeichnet, muss sicherstellen, dass die eigene IT auch das hält, was den Kunden versprochen wird. Insbesondere dann, wenn es um ausgefeilte, meist individuell entwickelte Software-Lösungen für die Finanzwirtschaft, das Gesundheitswesen und die Öffentliche Verwaltung geht. Genau diese Branchen nämlich sind es, auf die sich das ARZ mit seinen heute rund 600 Mitarbeiter*innen spezialisiert hat. Täglich werden hierbei fast acht Millionen geschäftskritischer, datenschutzrelevanter und finanzintensiver Transaktionen über ARZ-Lösungen abgewickelt. Fehlerhafte oder langsame Software oder gar Ausfälle müssen ausgeschlossen werden; höchste Verfügbarkeit, Datensicherheit und Performance sind Pflicht.

Testcenter macht ARZ zum technologischen Vorreiter

Genau dafür soll Marcus Nitsch sorgen. Der Head of Quality Management beim ARZ ist mit seinem insgesamt 15-köpfigen Team dafür verantwortlich, dass kein Update, kein Patch und kein Release ausgerollt werden, die nicht den hohen Qualitätsansprüchen des in Wien und Innsbruck beheimateten IT-Dienstleisters erfüllt. „Als wir 2008 unser Testcenter in Wien eröffneten, waren wir technologisch ein Vorreiter in Österreich. Für uns war das ein Meilenstein und gewissermaßen der Matchwinner am Markt“, erklärt Nitsch.

Damals gab es ein einfaches Ziel: Das umständliche manuelle, funktionale Testing zu automatisieren. Eine innovative und umfassende Testautomatisierungsplattform war gesucht – und wurde rasch in Tricentis Tosca gefunden, einer damals noch recht jungen Lösung am Markt.

Tricentis Tosca im Einsatz beim ARZ – Herausforderungen

  • Manuelles Testen verzögerte Entwicklungsprozess.
  • Testwartung war umständlich und zeitintensiv.
  • Testanforderungen durch gesetzliche Regelungen nahmen kontinuierlich zu.

„Zu Beginn mussten wir intern viel Überzeugungsarbeit für die Sinnhaftigkeit des Testcenters sowie Tosca als Plattform leisten. Aber wir sind mit Tricentis gemeinsam jedes Jahr, bei jedem neuen Projekt Schritt für Schritt vorwärts gegangen. Heute ist Tosca aus unserer Entwicklungslandschaft nicht mehr wegzudenken“, erzählt Nitsch.

Testautomatisierung mit vielen Vorteilen

Dass die anfängliche Skepsis schnell wich, hatte einen einfachen Grund: Alle im Unternehmen konnten die zahlreichen Vorteile sehen, die Nitsch mit der Tricentis-Plattform für die tägliche Arbeit zieht. Angefangen bei der vereinfachten Maintenance von Testfällen, die skriptlos erfolgen kann, über die deutlich gestiegene Testgeschwindigkeit und Testfrequenz mit heute bis zu sieben, acht Zyklen pro Tag bis hin zur einfachen Skalierung und schnelleren Abnahme von Entwicklungen durch die Kunden. Davon profitiert das gesamte ARZ. „Wir gewinnen damit nicht nur an Vertrauen in die Qualität unserer Software-Entwicklung, sondern auch viel Zeit für das Wesentliche – nämlich die Lösungen selbst besser zu machen“, so Nitsch.

Der Clou dabei: Das ARZ hat von Anfang an viel Wert auf ein gutes Setup und die passenden Methodiken in der Testinfrastruktur gelegt. So beispielsweise wird seit jeher mit synthetischen Daten gearbeitet. Dadurch war die Anonymisierung von persönlichen Daten, besonders im Banken- und Gesundheitsbereich dank Datenschutzgrundverordnung mit besonderem Augenmerk versehen, nie ein Thema. Der Erfolg in Zahlen: Mittlerweile liegt die allgemeine Automatisierungsrate sowie die Automatisierungsrate von Testdaten beim ARZ bei über 90 Prozent, die Requirement-Abdeckung bei rund 80 Prozent. Der Aufwand für die Wartung von Testsets hat sich um 20 Prozent verringert.

„Mit Tricentis Tosca sind wir strategisch perfekt aufgestellt. Dadurch, dass wir von Anfang an mit an Bord waren, kennen wir das, was die Lösung kann, in- und auswendig – und das gibt uns viele offene Handlungsspielräume für die Zukunft. Für andere Testarten wie Security- oder Last-Tests genauso wie für die noch tiefere Testintegration in die Entwicklungsaufgaben. Was auch immer kommen mag, wir sind gerüstet“, zeigt sich Nitsch optimistisch.

    Tricentis Tosca im Einsatz beim ARZ – Erfolge

    • 90 % Automatisierungsrate
    • 80 % Requirement-Abdeckung
    • 5 % False-Positive-Rate
    • 20 % geringerer Wartungsaufwand für Testsets
    • Stark gesteigerte Testfrequenz
    • Höheres Vertrauen in die Software-Qualität

    Höheres Vertrauen in die Software-Qualität

    Seit 14 Jahren bilden das ARZ und Tricentis nun ein „technologisches Test-Tandem“. Und was als reine Kundenbeziehung begann, ist heute viel mehr. „Aus einer Kundenbeziehung wurde eine Partnerschaft mit Mehrwert“, beschreibt Nitsch.

    Speziell bezieht sich der engagierte ARZ-Qualitätsmanagement-Leiter dabei auf eine Initiative, die von ARZ und Tricentis gleichermaßen unterstützt wird: Specialisterne. Hinter diesen Namen verbirgt sich eine in Dänemark gestartete, internationale Initiative, die sich für Vielfalt und Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt einsetzt und neurodivergente Menschen, also Menschen mit Autismus, ADHS, Legasthenie, Dyspraxie oder Dyskalkulie, fördert und vermittelt – in Österreich speziell mit dem Programm TestingProTM, das unter anderem Talenten aus dem Autismus-Spektrum eine Ausbildung zum/r Software-Tester*in ermöglicht.

    „Menschen mit Autismus denken strukturiert, sind logisch veranlagt, können Muster erkennen, bleiben konzentriert bei Routineaufgaben und vollbringen beeindruckende Gedächtnisleistungen. Das passt voll auf die Aufgabenstellung beim Software-Testen. Dieses Potenzial zu heben und Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu fördern, ist eine Aufgabe, die uns als Tricentis nicht nur nahe, sondern auch am Herzen liegt“, erklärt Wolfgang Platz, Gründer und Chief Strategy Officer von Tricentis.

    Kooperation mit Wirkung

    Bereits zum siebten Mal wird TestingPro im Herbst 2022 in Österreich durchgeführt – und Tricentis ist beim über acht Wochen langen Specialisterne-Ausbildungsprogramm seit vier Jahren mit an Bord. So vermitteln Tricentis-Expert*innen in Workshops praxisnah die relevante Expertise mit Tricentis Tosca und stellen weitere Infos über einen Zugang zu einer E-Learning-Plattform bereit.

    Abgeschlossen wird die Ausbildung zum/r Software-Tester*in mit international anerkannten und am Arbeitsmarkt gesuchten Zertifizierungen wie International Software Testing Qualifications Board (ISTQB) Certified Tester Foundation Level oder Tosca Automation Specialist Level 1 & 2. Zusätzliche Zertifikate können auf der E-Learning-Plattform von Tricentis auch nach der absolvierten Ausbildung gewonnen werden.

    Darüber hinaus wird der berufliche Einstieg beim neuen Arbeitgeber durch spezielle Coaches unterstützt. Hierzu werden mögliche Arbeitgeber zum gegenseitigen Kennenlernen eingeladen. Das zeigt Wirkung: 7 der 10 Teilnehmer*innen pro Jahr finden einen Job. Vornehmlich im Test-Umfeld. Wie beim ARZ. So beschäftigt Nitsch in seinem Team heute drei Menschen mit Autismus, die die TestingPro-Ausbildung durchlaufen haben. Er zeigt sich begeistert: „Sie sind eine echte Bereicherung für uns. Sie machen nicht nur ihren Job sehr gut, sondern haben auch dazu beigetragen, Barrieren abzubauen. Wir haben Dinge gelernt, die weit über technisches Wissen hinausgehen. “

    Kommunikation und klare Strukturen als Schlüssel zum Erfolg

    Dass hinter der Unterstützung der Initiative auch wirtschaftliche Aspekte stehen, will Nitsch gar nicht verhehlen. „Gute Software-Tester sind essenziell für uns, aber schwer zu finden“, weiß Nitsch aus Erfahrung. Neue Wege gegen den Fachkräftemangel zu gehen, sei daher wichtig. Auch wenn die Integration der neuen Teammitglieder in die bestehende Mannschaft nicht ganz einfach war, wie Nitsch zugibt: „Anfangs gab es Berührungsängste. Und die Frage, welche Aufgaben Menschen mit Autismus übernehmen können, und welche nicht. Das begleitende Coaching von Specialisterne hat hier sehr geholfen.“

    Was Nitsch vor allem gelernt hat: Autismus ist nicht gleich Autismus. Autismus ist facettenreich – und auf jede einzelne Begabung, auf jede einzelne neue Mitarbeiterin, auf jeden einzelnen neuen Mitarbeiter muss speziell eingegangen werden. Diesen Menschen individuell zu begegnen, die Kommunikation zu suchen und ihnen klar strukturierte Aufgaben innerhalb der Testprozesse zuzuweisen, sieht Nitsch als den Schlüssel zum Erfolg.

    Denn: Dass sich dieser Weg und der „Mehraufwand“ beim Schaffen der inklusiven Arbeitskultur lohnt, davon ist Nitsch überzeugt. So soll noch in diesem Jahr ein weiteres Talent aus dem Autismus-Spektrum zum Test-Team dazustoßen. „Menschen mit Autismus sind in unserem Team ein wichtiger Baustein zum Erfolg des ARZ. Sie helfen mit ihren speziellen Skills auf unserem Weg zur digitalen Transformation. Es liegt allein an uns, dieses Potenzial zu heben.“